Gemeinsame Sprache für Maschinen: AutomationML-Konferenz an der Hochschule Pforzheim
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Eine Sprache. Viele Perspektiven. Gemeinsam die Zukunft des Engineerings vernetzen. Die Teilnehmer*innen der Automation-ML-Konferenz.
Die Hochschule Pforzheim war am 22. und 23. September Gastgeberin der diesjährigen Konferenz des AutomationML-Vereins. Rund 35 Experten aus Wissenschaft und Industrie kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen und zukünftige Einsatzmöglichkeiten von AutomationML zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Vernetzung von Engineering-Daten, modulare Automatisierung, semantische Informationsmodelle, Künstliche Intelligenz und die Integration von AutomationML in neue digitale Ökosysteme. Der Konferenz voraus ging die jährliche Mitgliederversammlung des AutomationML e.V.
AutomationML (Automation Markup Language) ist ein offener Standard für den Austausch von Engineering-Informationen im Maschinen- und Anlagenbau. Er ermöglicht es, Daten aus unterschiedlichen Engineering-Systemen und Fachdisziplinen strukturiert auszutauschen und damit durchgängige digitale Prozesse in der Planung und Entwicklung von Maschinen und Anlagen zu unterstützen. Mit der zunehmenden Digitalisierung industrieller Prozesse wird es immer wichtiger, dass unterschiedliche Systeme und Softwarelösungen Daten zuverlässig miteinander austauschen können.
„AutomationML hat sich in den vergangenen 20 Jahren zu einem wichtigen Baustein für die digitale Vernetzung im Engineering entwickelt. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass wir heute vor der nächsten Stufe stehen: Es geht nicht mehr nur darum, Daten zwischen verschiedenen Werkzeugen auszutauschen, sondern darum, Informationen semantisch zu verstehen, miteinander zu verknüpfen und für neue Anwendungen nutzbar zu machen. Die Hochschule Pforzheim bietet dafür einen sehr guten Ort, um Forschung und industrielle Praxis zusammenzubringen“, sagt Professor Dr. Rainer Drath, Professor der mechatronischen Systementwicklung an der Hochschule Pforzheim und Gastgeber der Konferenz.
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der Weiterentwicklung von AutomationML für modulare Automatisierungssysteme. Dabei wurde unter anderem das Module Type Package (MTP) thematisiert, ein Ansatz, mit dem sich einzelne Automatisierungsmodule standardisiert beschreiben und einfacher in übergeordnete Systeme integrieren lassen. Weitere Beiträge beschäftigten sich mit semantischen Informationsmodellen und der Frage, wie heterogene Engineering-Daten über unterschiedliche Systeme und Werkzeuge hinweg nutzbar gemacht werden können. Auch neue technologische Entwicklungen standen im Fokus. So wurden unter anderem KI-gestützte Ansätze für die Entwicklung von Erweiterungen des AutomationML Editors, offene Software-Ökosysteme sowie die Verbindung von AutomationML mit weiteren Modellierungs- und Beschreibungssprachen diskutiert. Weitere Beiträge zeigten, wie sich AutomationML mit anderen digitalen Modellen und Methoden verbinden lässt, damit industrielle Informationen künftig besser strukturiert, miteinander verknüpft und für verschiedene Anwendungen genutzt werden können. Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage, welche Rolle AutomationML bei der zunehmenden Vernetzung der Industrie spielen kann. Dabei ging es unter anderem um die Zusammenarbeit mit der OPC Federation und um den Einsatz von AutomationML im Rahmen von Manufacturing-X. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Daten künftig über verschiedene Systeme und Unternehmen hinweg ausgetauscht und für durchgängige digitale Prozesse genutzt werden können.
Die Konferenz vereinte Beiträge aus Forschung und Industrie. Neben der Hochschule Pforzheim waren unter anderem die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Mercedes-Benz Tech Innovation, Hilscher, Semodia und tarakos vertreten. Die Veranstaltung unterstreicht damit die Bedeutung des Austauschs zwischen wissenschaftlicher Forschung und industrieller Anwendung für die Weiterentwicklung digitaler Standards und Technologien.
Mit der Ausrichtung der AutomationML-Konferenz knüpft die Hochschule Pforzheim an ihre Forschungs- und Transferaktivitäten im Bereich der industriellen Digitalisierung und Automatisierung an. Die Veranstaltung bot zugleich eine Plattform, um aktuelle Forschungsergebnisse, industrielle Anforderungen und zukünftige Entwicklungen des digitalen Engineerings miteinander zu verbinden.












